Stand-Up-Meetings in der agilen Softwareentwicklung

Abstract
Der Autor beschreibt die Sekunden während einer Kehlkopfspiegelung. Wenig Sauerstoff, Schmerzen und wieso hatte er nicht ausgerechnet geplant Restalkohol?

Keywords: Aspiration, Stand-Up-Meeting, Hugh Hefner, Scrum, agile Environments

Ich war die Tage ausnahmsweise bei meinem HNO-Arzt. Wegen den Halsschmerzen – wer will schon im subtropischen Klima auf den Kanarischen Inseln im Urlaub beim Forschen ohne Unterbrechung herumhusten? Eben.

Dass ich immer zu dem selben HNO-Mediziner gehe versteht sich fast von selbst, wenn man nur einmal mitbekommen hat, wie er mit seinen Patienten umgeht. Da kommt es schon mal vor, wenn eine Mutter mit ihrer gerade erst flügge gewordenen Tochter böse fluchend am Arm aus der Praxis rennt. Mein HNO-Arzt hat ihr erklärt, die Halsschmerzen ihrer Tochter kämen definitiv von einer Jungenhaarallergie (siehe Foto) und sie sollte beim Sammeln von Erfahrungen nächstens bitte besser aufpassen. Die Tochter hatte viele Fragezeichen auf der Stirn. Ich nehme an, die Jungs mit denen sie ins Bett geht, haben allesamt einen Bartwuchs wie Tobias, ein sehr geschätzter Kollege, der in acht Jahren bei uns für die Gehälterverteilung verantwortlich sein wird. Jedenfalls, habe ich meinen Arzt natürlich gefragt, ob er sich postkoitale Aufklärung so vorstellt?! Tut er. Punkt. Und die Tochter war wohl deswegen verwundert, weil sie noch nie mit einem Jungen Sex hatte, der Haare hatte. Für die Mutter (wir werden in der nahen Zukunft nur noch von Helikopter-Müttern sprechen) natürlich eher ein Zeichen von Pädophile, diese Hollywood-Cut-Sache. Aber das sind Themen, denen wir uns im nächsten Jahr widmen werden, nachdem der neue Staatsvertrag zum Jugendmedienschutz mich zunächst von der Angel lässt.

Richtig agil dachte ich mir, als ich Minuten später selbst kurz vor einer Aspiration mit einer Kehlkopfsonde im Hals an allen Blödsinn dachte, den ich je begangen habe, und dass eine Jungenhaarallergie noch das geringste meiner Probleme darzustellen schien.

Nachdem die Sonde heraus war, sah ich das zwar anders, aber ich habe ein gutes Gedächtnis für Schmerzen.

So. Das war eine niedliche kurze Geschichte. Zurück.

Auf diesem Zahnarztstuhl wurde mir einiges klar:

Du brauchst dich nicht mehr darum zu kümmern, was dein Team morgens im Office treibt, wenn du dich im Bademantel wachblasen läßt. Denn dann heißt du u.U. Hugh Hefner und bist als ScrumMaster in einem agilen Environment längst gefeuert, weil du den Beweis erbracht hast, dass ScrumMaster einfach nicht Teamleiter sein können.
Und wenn du nicht der ScrumMaster bist, ist es auch egal. Ganz agil egal: Denn eine Verbesserung der täglichen Stand-Up-Meetings – wir nennen das in der Scrum-Welt einen „Daily-Scrum“ – wäre dann einfach nicht mehr mein Job. Auf der anderen Seite würden die Jobs für die Kollegen unter meinem Teamleiter-Tisch wegfallen und alles wäre wieder gut.

Weitermachen.

Missbrauch von Macht in rigiden Environments

Der looser blog (Band 1) ist ein privater Blog, den der Autor – beim Start noch überwiegend Rotwein trinkend – geöffnet hat, um gelegentlich das Einschlafen zu beschleunigen.

Die Situation ist bekanntermaßen jetzt wirklich ernst. Am Montag hatte ich noch vor, über das agile Wasserfall-Model zu schreiben. Dem Umstand, dass ich Vergleiche hypothetischer Sexpraktiken zwischen Gott und Maria der Mutter Gottes angestellt habe, macht die Veröffentlichung zwar immer noch nötig, aber ab dem 1.1.2011 nicht mehr möglich.

Der Autor hat sich in diesem Jahr mit der IHK Würzburg-Schweinfurt, seinem Vermieter und den Anwälten seines Vermieters, der Stadt Würzburg, dem Amtsgericht Coburg, der Katholischen Kirche, diversen Tierschützern in Personalunion, einigen pseudoagilen Betonköpfen und vielen mehr gekloppt. Und das, obwohl der Autor nicht bekloppt, sondern ab und an ein Gespür realisiert, dass Grenzen des Geschmacks überschritten werden. Und immer wenn das passiert, überschreitet der Autor mit etwas Geschmacklosigkeit seine eigene Grenzen. Eine Kompensationsleistung, die den Amoklauf bis dato zu verhindern geholfen hat.

Der Autor hat sich noch niemals ernstlich die Frage gestellt, ob Einflussnahme von einem System in das andere System beunruhigend ist. In acht Jahren wird der Autor mit struktureller Kopplung von funktionalen Systemen herum jonglieren und diesen Eintrag seltsam finden. Es ist immer beunruhigend. Und wenn heute sehr wahrscheinlich ein weiteres Steinchen im Vollpfosten-Tetris eine Reihe schließt.

Ich werde in vier Jahren denken, dass der Staat deutlich rigider werden wird. Wenn ich nur geahnt hätte, dass in acht Jahren das PAG über uns kommt…

Weitermachen. Aber bitte nicht so.